10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Annabelle von Sperber

Foto: Silke Weinsheimer


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Name: Annabelle von Sperber
aufgewachsen in:  München
seit wann in Berlin: 2000
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

„Krabat“ von Otfried Preußler, „Der gelbe Vogel“ von Myron Levoy, und „Momo“ von Michael Ende.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Das Zeichnen hat mir immer einen eigenen Raum geöffnet. Schon in der Schule amüsierten sich meine Mitschüler darüber, dass ich in meiner tiefen Versunkenheit gar nicht mehr ansprechbar war. Noch heute empfinde ich es als Privileg, mich mit einem Text in meine Bilderwelt zurückzuziehen, in einer Parallelwelt zu verschwinden, dabei Musik zu hören und ganz introvertiert zu sein. Als Dozentin kann ich meine extrovertierte Seite ausleben, bin im Austausch mit den Studenten und kann meine Erfahrung weitergeben. Dies beides zu haben, ist für mich einfach wunderbar.

3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Ich habe drei Arbeitsplätze. Einen in meinem Atelier mitten in Berlin. Zusammen mit meiner wunderbaren Kollegin Irmela Schautz, in einer Kurve hinter der Gethsemanekirche. Der zweite Arbeitsplatz liegt mitten im Schwarzwald, mit Blick auf die Vogesen. Und der dritte Arbeitsplatz findet sich im ICE auf freier Strecke.

4. Wann kommen dir die besten Ideen?

Ich halte es wie Christoph Niemann. Den Tee gekocht, den Bleistift angespitzt, das Papier bereit und dann auf die Muse warten. Meistens kommt sie zwischen neun und achtzehn Uhr.

5. Wie sollen die HeldInnen deiner Kinderbücher vor allem sein?

Selbstbewusst, klug, stark und verletzlich. 

6. Welches Tier zeichnest du am liebsten, welchen Gegenstand gar nicht gern?

Ich kann keine Tiere zeichnen, alle meine Pferdeversuche sehen aus wie ein Dackel. Gegenstand … Eigentlich zeichne ich tatsächlich alles gerne, wenn es mich lockt oder Sinn macht.

7. Wem zeigst du als Erstes deine Bilder?

Irmela, wir unterstützen uns sehr gut gegenseitig. Sie „stoppt“ mich immer in meiner Arbeit, ich „räume ihre Bilder auf“.

8. Machst du Lesungen oder Workshops mit Kindern? Fällt dir dir dazu ein Erlebnis ein?

Bei meiner letzten Lesung zusammen mit Susanne Rebscher zu unserem „großen Buch der Architektur“ (Prestel Verlag) saß ein kleiner Junge in der ersten Reihe. Auf die Frage, wie man beim Bau des Empire State Buildings die Stahlträger zusammengefügt habe, war er so aufgeregt, dass er seine Füße auf den Stuhl hochzog und mit leuchtenden Augen wild mit den Armen wedelte. Er juchzte: „Na, mit einem Superkleber natürlich!“. Ich erwiderte: „Gute Idee, aber wenn man nun keinen Superkleber zur Hand hat?“ Daraufhin er, vor Aufregung schon stehend: „Na dann kann man so einen Superbau eben nicht bauen!“.

9. Was sollte sich in der Kinderbuchbranche grundlegend verbessern?

Der Respekt und die Bezahlung. In England und Amerika werden Illustratoren besser honoriert und als „artists“ behandelt. Natürlich gibt es auch hier sehr respektvolle LektorInnen. Ich habe es aber auch schon erlebt, dass eine Verlagsmitarbeiterin auf meine Frage nach dem Honorar laut nachdachte: „Wir müssen erst noch mal kalkulieren, welches Papier wir im Druck verwenden, und dann schauen wir mal, was da noch für Sie übrig ist.“ Fühlt sich seltsam an, wenn man sich als Illustratorin hinter dem Papier anstellen muss.

10. Wie hieß das erste Kinderbuch, das von dir erschien, und was ist deine jüngste Neuerscheinung auf dem Buchmarkt?

Das erste Kinderbuch war von Agnes Desarthe (Dressler Verlag) und hieß „Von kleinen Geheimnissen und großen Füßen“.

Auf der jetzigen Buchmesse waren meine Neuerscheinungen „Drachenleuchten“ von Valija Zinck (Fischer Verlag) und  „Rosa und der Geburtstag“ von Kristina Kreuzer (WooW Books). 

„Drachenleuchten“ von Valija Zinck, Illustration Annabelle von Sperber, Fischer Verlag
„Rosa und der Geburtstag“ von Kristina Kreuzer, Illustration Annabelle von Sperber, WooW Books

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