Von Goldrausch und geraspelten Schlümpfen

Von Ilke S. Prick (Text) und Ulrike Jensen (Fotos)

Ob es wohl noch weit sei, fragten wir uns im vergangenen Herbst, als die Welt noch im gewohnten Modus lief und Workshops möglich waren. Die Namen der S-Bahn-Stationen, die wir passierten, waren uns nahezu unbekannt, und die Gegend vorm Waggonfenster wurde grün und grüner. Unser Ziel war Lichtenrade. Einer dieser Bezirke, in die man schon immer mal fahren wollte, nur irgendwie … Hm. Doch nun waren wir auf dem Weg, die wunderbare Illustratorin und Spreeautoren-Kollegin Ulrike Jensen und ich. Gemeinsam wollten wir in Lichtenrade eine Werkstatt anbieten, in der Kinder ihr eigenes ABC gestalten können: das Kiez-ABC.

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Operation Herzensprojekte

© Fotocenter Berlin

Von Kathrin Köller

Im Frühjahr 2019 hat sich Kristina Heldmann für die Kunst entschieden. Mal wieder. Dabei hatte die Illustratorin gerade einen PR-Job angenommen, damit mal ein bisschen Geld in die Familienkasse fließt. Doch ein kleiner, aber feiner Verlag will ihr Buch verlegen. Ein Kunstsachbuch soll es werden, das Klimawandel und Klimaschutz für Kinder ansprechend erklärt. Ein Herzensprojekt. Für die Zukunft der Kinder hängt Kristina Heldmann den Brotjob an den Nagel und verschreibt sich ganz der Kunst. Und der Wissenschaft. Denn weil das Honorar schon für eine Person nicht reicht, übernimmt die Künstlerin auch die Autorenrolle, interviewt Wissenschaftler und macht daraus knackige, für Kinder verständliche Texte. Wie sie über die Runden kommt, stellt sie hinten an. Sie arbeitet ohne Unterlass, denn irgendwann, wenn das Buch erscheint, dann ist das ihr Lohn.

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Fusseln zwischen meinen Zehen – ein Corona-Gedicht

Foto: © privat

Von Andreas Hartmann

Anfangs war es ja noch schön, den ganzen Tag zu Haus.
Unterricht im Schlafanzug, und niemand fragt mich aus.
Kein Wecker nervt um sechs Uhr früh, Ma ruft nicht: „Halt dich ran!“
Vokabeltests und Matheprüfung gibt’s erst irgendwann.
Neue Wörter lern ich auch, zum Beispiel Pandemie.
Paps Büro ist jetzt daheim. Wir schnuffeln oft wie nie!

Doch langsam wird es mir zu blöd. Die Zeit, sie macht sich lang.
Freunde darf ich jetzt nicht sehen, denn davon wird man krank.
Kein Quatsch mit andren in der Schule, auf dem Pausenhof.
Den ganzen Tag mit mir zu Haus – so langsam wird’s mal doof.
Das Wetter ist ein Frühlingstraum, schönster Sonnenschein.
Doch draußen nur spazieren gehen, und das auch noch allein?

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Schreiben in Zeiten von Corona

Von Ilke S. Prick

Mein Küchentisch © Dieter Grönling

„Für dich ist es ja jetzt toll“, sagt meine Freundin am Telefon. „Du brauchst nicht rauszugehen, du verpasst nichts mehr, du kannst den ganzen Tag in Ruhe schreiben. Ist doch ideal!“ Ich zucke zweifelnd mit den Schultern, was sie nicht sehen kann, und sie verabschiedet sich mit den besten Wünschen. Also setze ich mich wieder an meinen Küchentisch, den angefangenen Text vor mir. Die Kastanie gegenüber öffnet die ersten grünen Knospen. Bald wird sie blühen. Werden wir auch dann in unseren Wohnungen sitzen? Im Home Office? Nur zum Einkaufen rausgehen und für ein bisschen Spaziergang um den Block? Ich schaue auf mein Blatt. Eine provisorische Überschrift und der Versuch eines ersten Satzes:

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„Hast du das wirklich erlebt? Kinder fragen Autor*innen“


Ein Buchprojekt des Friedrich-Bödecker Kreis im Land Berlin e.V., der Spreeautoren und befreundeter Autor*innen mit Texten von Kefah Ali Deeb – Milena Baisch – Charlotte von Bausznern – Julia Boehme – Bas Böttcher – Maja Das Gupta – Beate Dölling – Daniela Dröscher – Christian Duda – Lena Hach – Myriam Halberstam Andreas Hartmann – Jana Heinicke – Ulrich Hub – Martina Klein – Johanna Lindemann – Mascha Matysiak – Martin Muser – Salah Naoura – Nina Petrick – Ilke S. Prick – Dotschy Reinhardt – Thilo Reffert – Rike Reiniger – Katharina Reschke – Tanasgol Sabbagh – Lara Schützsack – Frank Sorge – Cally Stronk – Vanessa Walder

… und wie es dazu kam:

Am Anfang war es eine ganz normale Lesung mit ganz normalen Kindern und ganz normalen Fragen – bis ein Kind wissen wollte: 

„Was ist denn, wenn Sie … äh … ich meine: wenn ein Autor stirbt und es werden noch welche von seinen Büchern verkauft, wer bekommt dann das Geld?“ 

Das ist spitzfindig? Auf keinen Fall! Es zeigt einfach: Kinder fragen Autor*innen nach den wirklich wichtigen Dingen! 

Nach diesem Erlebnis entstand die Idee, die schönsten Fragen von Kindern an Autor*innen zu sammeln. Sofort füllte sich die Liste. Viele Kinder- und Jugendautor*innen steuerten wunderbare Erlebnisse aus ihren Lesungen bei. Und weil Fragen immer Antworten herausfordern, gibt es jetzt dieses Buch!

Dreißig Berliner Kinder- und Jugendbuchautor*innen beantworten Kinderfragen und eröffnen damit überraschende Einblicke in ihr Leben und ihren Arbeitsalltag.

Besonders spannend dabei: Jede Frage erhält mehrere, zum Teil völlig widersprüchliche Antworten. Denn die Berliner Kinder- und Jugendautor*innen sind (fast) so vielfältig wie ihre Stadt! 

Rike Reiniger 

Die Buchpremiere ist am 1.3. um 15 Uhr im Literaturhaus Berlin: 

https://literaturhaus-berlin.de/programm/hast-du-das-wirklich-erlebt

„Hast du das wirklich erlebt? Kinder fragen Autor*innen“

KLAK-Verlag, 2020

ISBN 978-3-948156-24-4

10 Euro – im Buchhandel oder direkt im online-shop des KLAK Verlages

www.klak-verlag.de