10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Thilo Reffert

Porträt: © gezett

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Name: Thilo Reffert
geboren in:  Magdeburg
seit wann in Berlin: 1993
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Ich habe die Ottokar-Domma-Bücher sehr geliebt. „Der brave Schüler Ottokar“ oder „Ottokar, das Früchtchen“. Auch Benno Pludra habe ich sehr gern gelesen, die „Die Reise nach Sundevit“ zum Beispiel.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Autor – und wie bist du es geworden?

Ich kam über das Theater zum Schreiben, war Dramaturg und schrieb zuerst nur Stücke, dann kamen Hörspiele dazu. Mein erstes Buch war dann ein Kinderbuch.

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Schomburgs Reimomat 5

© Agnieszka Kosakowska

Künstlerpension

© Andrea Schomburg,  Januar 2019

Es hat Frau Li aus Iserlohn
im Priegnitzer Wald eine Künstlerpension.
Die Pension heißt: „Zum sicheren Pinselstrich“.
Bisher allerdings, da meldeten sich,
wiewohl die Pension von außen ganz bunt,
als Künstler lediglich ein Hund,
ein alter Wolf sowie ein Igel.
Der Igel kann auf dem Bechsteinflügel
mit einem Finger den Flohwalzer spielen.
Der Hund kann rechts ein wenig schielen
und außerdem zwei Bällchentricks.
Der Wolf heißt Rolf, sonst kann er nix.
Was eigentlich für die Pension
ja keine Qualifikation.
Sie sind allerdings, sie hat’s kontrolliert,
bei der Künstlersozialkasse registriert.
Die würde die Miete übernehmen,
da könnt man sich vielleicht doch bequemen …
Und außerdem hat sie aus Iserlohn
noch ein altes Malbuch von ihrem Sohn.
Man macht den Vertrag, die Künstler ziehn ein,
sie kriegt die Miete von den Drein.
Die sitzen jetzt im Künstlerhaus
und malen im Malbuch die Bilder aus,
und Frau Li erzählt strahlend in Iserlohn
von den drei Künstlern in ihrer Pension.

Unsere Neuerscheinungen im Frühjahr 2020 / Teil 1

Pünktlich kurz vor der Leipziger Buchmesse präsentieren wir unsere Neuerscheinungen.

Umschlag: Weiß-Freiburg GmbH – Graphik & Buchgestaltung unter
Verwendung einer Illustration von COMICON S. L. / Beroy+San Julian

EXIT – das Buch: Das Geheimnis der Piraten

Jens Baumeister (Text)
Inka und Markus Brand (Rätsel)
Burkhard Schulz (Illustrationen)
ab 8 Jahre
Kosmos, März 2020

Inhalt:
Jakob, Nelli und Marek sind nicht gerade das, was man beste Freunde
nennt. Jetzt sollen sie im Ferienlager gemeinsam Nachtwache halten, um
sich besser kennenzulernen. Da hören sie mitten in der Nacht plötzlich
verdächtige Geräusche. Merkwürdige Spuren führen die Kinder ins
Piratenmuseum und geradewegs in die Hände einer skrupellosen
Einbrecherbande. Werden die drei sich zusammenraufen, um den Gaunern
zu entkommen? Und wird es ihnen gelingen, das Geheimnis des berühmten
Piraten Neunauge zu entschlüsseln? Auf ihrer Flucht geraten sie in
eine Piratenfestung und immer tiefer hinein in ein gruseliges
Labyrinth voller Rätsel …
Hinweise können überall im Buch versteckt sein, kreative Lösungen sind
gefragt, ausschneiden, zeichnen, knicken – alles ist erlaubt.
Live-Escape-Feeling für Kids!

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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Ulrike Jensen

Porträt Ulrike Jensen: © David Reisler

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Name: Ulrike Jensen
geboren in: Pirna, aufgewachsen in Dresden
seit wann in Berlin: 1995
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

»Was es alles gibt« von Eva Veberová/Jan Černý, »Bettina bummelt« von Elizabeth Shaw, »Hirsch Heinrich« von Fred Rodrian/Werner Klemke.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Das war ein längerer Weg … Zu DDR-Zeiten und frisch jugendlich wusste ich nichts von diesem Berufsfeld. Nach meiner Lehre und Arbeit als Zahntechnikerin, dem Umzug nach Berlin, dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, dem positiven Einfluss des Produktdesigners Peter Raacke in Richtung Design, einem Praktikum und der Arbeit bei n-tv habe ich begonnen, Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam zu studieren. Dort habe ich ziemlich viel herumprobiert, auch im Bereich Produktdesign und Typografie. Illustration gab es auch, und ich habe es pro Semester mehrfach belegt. Dann durfte ich ein Gastsemester an der HGB Leipzig machen. Das war toll, da es ganz anders war und es eine richtige Illu-Klasse gab. So etwas kannte ich nicht.
Während der Diplom-Zeit und kurz danach hatte ich ein paar Illustrationsaufträge und deshalb eine von der FH organisierte (und finanzierte) Beraterin für das Leben nach dem Studium und den Schritt in die Selbstständigkeit als Illustratorin. Anfangs habe ich die illustrierten Medien auch gestaltet, also Layout, Satz und Herstellung gemacht. Und zwischendurch auch mal in einer Agentur als Grafikerin gearbeitet. So oder so finde ich es für den Arbeitsalltag gut, auch diese eher technischen Sachen zu können. 

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Frauenpower im Kinderbuch 2. Teil

Wir freuen uns über einen tollen Gastartikel (2. Teil) von Heike Brillmann-Ede. Der vollständige Beitrag erschien ursprünglich unter dem Titel „SICHTBAR werden — und bleiben!“ im Eselsohr April 2019. Wir dürfen den Text auszugsweise auf dem Spreeautoren-Blog veröffentlichen. Vielen Dank an Heike Brillmann-Ede und das Eselsohr.

Weibliche Vorbilder werden gebraucht. JA, und schön, dass die #MeToo-Debatte geholfen hat, das Thema erneut ins Bewusstsein zu rücken. Diskussion bis zum Kampf treibt Frauen seit Jahrhunderten an: Wie schaffen wir es, endlich gleichgestellt und gleichbehandelt zu werden? Weltweit. Unbedingte Voraussetzung ist das Benennen derjenigen, die vorangehen. Denn Sichtbarkeit ermöglicht Identifikation. Ein Blick in die Buchwelt lässt hoffen, dass das aktuelle Engagement nachhaltig gedacht ist.

Von Heike Brillmann-Ede

In der Graphic Novel Drei Wege werden drei Frauen von 1918, 1968 und 2018 geschickt in Beziehung gesetzt: Ida, das Dienstmädchen, bricht still und mit Würde auf in ein unbekanntes Leben. Marlies entlarvt den Revoluzzer-Geliebten in all seiner seligen Elternwohlhabenheit und stützt sich fortan auf den Wert der eigenen Anstrengung. Die beste Freundin gaukelt Perfektes vor, was Selin unbewusst unter Druck setzt, während ihre Mutter selbstbewusst allein erzieht und emanzipiert lebt, ihr Vater in Kana- da sie zu einem längeren Aufenthalt einlädt. Es ist die Fülle an Optionen, die Selin verwirrt. Mit zartem Bleistift, den malerischen Grundtönen Gelb, Rosa und Blau-Türkis pro Porträt und den fast spielerisch-assoziativen Übergängen überzeugt Juli Zejn in ihrem Debüt.

© Illustration: Julia Zeijn

Pars pro toto
(Ein Teil für das Ganze, Anm. d. Red.)

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