Schomburgs Reimomat 4

© Agnieszka Kosakowska

Haut rein!

(C) Andrea Schomburg 2019    

Wir hören es ja alle täglich:
Das, was uns schmeckt, ist unzuträglich.
Doch Gott sei Dank hat vor zwei Stunden
die Wissenschaft herausgefunden,
dass dann, wenn man so recht genießt,
ein Endorphin im Körper sprießt,
das das, was schädlich, attackiert
und es komplett eliminiert.
Wir können ohne Sorge sein.  
Haut rein!

Links im September

Lange Nacht der Illustration

Vom 27. bis 29.9.2019 öffnen sich wieder die Türen der Berliner Illustrationsszene. Auf der Website der Langen Nacht der Illustration kann man sehen, wer dieses Jahr dabei ist.
Auch IllustratorInnen der Spreeautoren sind vertreten.

© Annabelle von Sperber, Irmela Schautz

Im Atelier zweigestalten stellen neben Irmela Schautz und Annabelle von Sperber auch Britta Teckentrup, Detlef Surrey, Anusch Thielbeer und Mina Braun aus.

Das erwartet euch hier:
Annabelle von Sperber und Irmela Schautz sind das atelier2gestalten und beide Gründungsmitglieder der ersten Langen Nacht der Illustration. Im Rahmen der Atelierausstellung „atelier2gestalten & friends“ könnt ihr ausgewählte Bespiele ihrer Arbeit und die befreundeter Kollegen*innen anschauen und den Abend bei Getränken und Musik genießen.

Ausstellungsöffnungszeiten:
27.09.2019, 17-24 Uhr
28.09.2019, 12-18 Uhr
29.09.2019, 12-18 Uhr

atelier2gestalten
Gethsemanestr. 4
10437 Berlin

© Bianca Schaalburg, Katja Spitzer, Arinda Craciun, Constanze Guhr

Im Atelier petit 4 zeigen Bianca Schaalburg, Arinda Craciun, Constanze Guhr und Katja Spitzer neue Arbeiten.

Das erwartet euch hier:
Im Atelier petit 4 gibt es Zeichnungen, Siebdrucke und Risoprints. Wir zeigen Bilder aus aktuellen Büchern und erzählen gern über unseren Arbeitsprozess.

Ausstellungsöffnungszeiten:
27.09.2019, 17-24 Uhr
28.09.2019, 12-18 Uhr

Atelier petit 4
Kopenhagener Straße 15
10437 Berlin

– Theaterstück

Am Montag, den 30. September um 20 Uhr findet im englischen Theater (English Theatre Berlin) eine bilinguale Leseperformance zu Holly-Jane Rahlens‘ Roman Wallflower/Mauerblümchen statt.
Tickets können hier bestellt werden:
tickets@etberlin.de oder Tel. 030 6911211 or
https://www.etberlin.de/production/holly-jane-rahlens-2/
(Euro 8,00 / Euro 5,00 for students):

– Zum Nachhören

„Hoppipolla, die nicht ganz so gute Fee“, eine Geschichte von Ilke S. Prick läuft bei Ohrenbär. Gelesen von Anna Thalbach. Podcast:https://www.ohrenbaer.de/sendung/sendungen/geschichten-2019/hoppipolla–die-nicht-ganz-so-gute-fee.html





5. Bundeskongress Kinderbuch und Kinderbuch-Party am Freitag, den 18. Oktober 2019

  • Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2019 tagt nun schon zum fünften Mal der „Bundeskongress Kinderbuch“, der Zusammenschluss deutschsprachiger Kinder- und JugendbuchautorInnen.
  • Er tritt für unsere künstlerischen, wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Interessen ein. Wie jedes Jahr wird sich der „Bundeskongress Kinderbuch“ tagsüber in einer geschlossenen Sitzung über Arbeits- und Lebensbedingungen von uns KinderbuchautorInnen unterhalten und jede Menge Erfahrungen austauschen. Erstmalig aber möchten wir dann am Abend nicht nur unter uns, sondern mit allen, die mit uns unsere Bücher produzieren, sie vermarkten, über sie sprechen und bewerben und genau wie wir für Leseförderung eintreten – also mit Ihnen und euch, liebe LektorInnen, VerlegerInnen, BloggerInnen, BuchhändlerInnen, (Fach-)JournalistInnen und IllustratorInnen – anstoßen, feiern und klönen.
    Interessierte können sich für genauere Informationen an uns wenden. Wir freuen uns auf produktive Diskussionen und eine schöne Feier!

10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Lena Hach

Portrait Lena Hach (von Anja Schaffner)


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Name: Lena Hach
geboren in:  Seeheim-Jugenheim (Hessen)
seit wann in Berlin: 2006
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

„Der Wunschpunsch“ von Michael Ende, „Drei Männer im Schnee“ von Erich Kästner, „Ein und Alles“ von Jutta Bauer und Christine Nöstlinger

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Autorin – und wie bist du es geworden?

Als Kind war meine Standardantwort, dass ich Journalistin werden will. Was ich während und nach des Studiums dann auch eine Weile  gemacht habe … Doch irgendwie hat es mich immer zur Fiktion gezogen. Ich erinnere zum Beispiel, dass ich als Grundschülerin im Büro meiner Mutter gesessen und an der Schreibmaschine erste kurze Geschichten getippt habe. Dann bin ich zum Kopierer gerannt und habe die Blätter an beinahe jeden verteilt, der mir begegnet ist.

3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Ich habe seit etwa einem Jahr sogar zwei Arbeitsplätze: Manchmal arbeite ich zu Hause, am Schreibtisch oder Esstisch, und manchmal arbeite ich in meinem schönen Coworking Space in Schöneberg. Da habe ich zwar keinen festen Platz, aber dafür treffe ich in der Küche immer Leute zum Quatschen.

 „Esstisch als Arbeitsplatz“ mit Laptop, Kaffeetasse, kaum Krümeln, Geburtstagsgirlande und Hänge-Herzchen.

4. Wann kommen dir die besten Ideen?

Meistens kommen sie, wenn ich gar nicht nach ihnen suche. Beim Baden oder Spazierengehen zum Beispiel.

5. Wie sollen die HeldInnen deiner Kinderbücher vor allem sein?

Zuerst dachte ich „humorvoll“. Weil mich die Figuren während des Schreibens dann gut unterhalten. Aber ich glaube, sie sollten auch lebensnah sein – sie dürfen ruhig gewisse Macken haben. Und sie brauchen natürlich Entwicklungspotential, alles andere wäre langweilig.

6. Träumst du manchmal von deinen Figuren? Und wie heißt deine Lieblingsfigur?

O nein, geträumt habe ich von meinen Figuren noch nicht – zumindest kann ich mich nicht daran erinnern. Ich würde auch behaupten, dass ich keine absolute Lieblingsfigur habe. Im besten Fall ist natürlich die Figur, über die ich gerade schreibe, meine liebste. Dann prokrastiniert man nicht so viel.

7. Wem liest du als Erstes deine Texte vor?

In den allermeisten Fällen bekommen meine Lektorinnen einen neuen Text zuerst. Allerdings lese ich ihnen den ja nicht vor …

8. Machst du Lesungen oder Workshops mit Kindern? Fällt dir dir dazu ein Erlebnis ein?

O ja, ich mache ganz viele Lesungen und auch super gerne. Vor allem aus der Reihe „Der verrückte Erfinderschuppen“ lese ich gern, weil es so interaktiv ist. Ich habe meistens ein selbst ausgedachtes Experiment dabei, und zwischendurch frage ich die Kinder nach Dingen, die dringend mal erfunden werden müssten: Die Ideen sind genial! Wie etwa der Hausverkleinerer: Mit dem kann man sein Haus an jeden Urlaubsort mitnehmen. Sehr praktisch.

9. Was sollte sich in der Kinderbuchbranche grundlegend verbessern?

Diversität in Kinderbüchern sollte zu einer Selbstverständlichkeit werden.

10. Wie hieß das erste Kinderbuch, das von dir erschien, und was ist deine jüngste Neuerscheinung auf dem Buchmarkt?

Mein erstes Buch war „Die Geschichte vom Un-Geheuer“ – das Bilderbuch erzählt ein paar Tage aus dem Leben eines Monsters, das es satt hat, dass sich alle vor ihm fürchten. Meine jüngstes Kinderbuch ist der fünfte Band aus der Erfinderschuppen-Reihe: Das Ruckzuck-Weg-Spray. Hier erfinden Fred, Walter und Tilda aus Versehen ein Mittel, mit dem sie unsichtbar werden. Sie nutzen die Gelegenheit direkt, um sich über Nacht im besten Spielzeugladen der Welt einschließen zu lassen. Da ist Chaos natürlich vorprogrammiert. Das neue Jugendbuch heißt „Grüne Gurken“ und erzählt die Geschichte von Lotte, die mit ihrer Familie gerade nach Berlin gezogen ist – unfreiwillig. Erst als Lotte im Späti gegenüber zu jobben beginnt, freundet sie sich so langsam mit der Stadt an … und mit einem Bewohner im Speziellen.

Der verrückte Erfinderschupen: Das Ruckzuck-Weg-Spray, Umschlagillustration von Daniela Kulot, bei mixtvision.
Grüne Gurken, Coverdesign: Zero-Werbegentur, bei mixtvision.
BÜCHERORT / PHILIPP- SCHAEFFER-BIBLIOTHEK

BÜCHERORT / PHILIPP- SCHAEFFER-BIBLIOTHEK

Der zweite Bücherort, den ich in Berlin besuche, ist die Philipp-Schaeffer-Bibliothek in Mitte – gegenüber dem Weinmeisterpark, direkt neben der Polizeiwache. Ich besuche Frau Bigalke, die vor kurzem die Leitung der Kinder- und Jugendabteilung der Bücherei übernommen hat.

Philipp-Schaeffer-Bibliothek, die Treppe zur Kinderliteratur

Die Bibliothek im Quergebäude der Brunnenstraße 181 wurde 1996 um den Industriehof erweitert und ist nun ein helles, facettenreiches Gebäude. Eine kubische Treppe aus Sichtbeton führt mich nach unten zu den Kinder- und Jugendbüchern. Dort werde ich von einem Regal voller Hörbücher empfangen. „Literatur ist nicht an das Medium Buch gebunden“, sagt Frau Bigalke. Ich nicke – nein, natürlich, denkt man ja manchmal aus Versehen.

Es gibt Filme, Musik und Hörspiele zum Ausleihen, es gibt öffentliche Computer und Spielkonsolen zur Nutzung vor Ort. Im Erdgeschoss wird derzeit ein Maker Space eingerichtet. Der Schwemme an viel zu teuren und viel zu hippen Coworking-Orten setzt die Bibliothek freie Arbeitsplätze für jede und jeden entgegen. Die Räume sind still und sonnig. Arbeitsatmosphäre stellt sich ein, bevor ich mich überhaupt hingesetzt habe. Für trockene Tage gibt es einen Lesegarten im Innenhof.

Im Bilderbuchbereich gibt es offene Bücherkisten, die kleinen Kindern die freie Auswahl ermöglichen. Die verwinkelte Architektur des Gebäudes bietet Nischen und stille Winkel, um mit Büchern alleine zu sein. Doch der schönste Leseort in der Kinderbibliothek ist der große Lichthof – dort sitzen Teenager oder Eltern mit Kindern auf Sitzsäcken und lesen.

Aber es gibt nicht nur die Räume und Medien. Gerade der Lichthof ist der ideale Ort für Lesungen und Buchvorstellungen. Dort können Verlage ihre Neuerscheinungen zeigen, die anschließend in den Bestand der Bibliothek übergehen.
Frau Bigalke breitet ein beeindruckendes Veranstaltungsprogramm vor mir aus. Für PädagogInnen, Studierende und alle Interessierten bietet die Stadtbibliothek Führungen und Fortbildungen an, die „Geheimnis Bilderbuch“ heißen. Kitas und Schulklassen kommen zu Besuch. Jeden Monat wird ein neues Bilderbuch ausgewählt und von den Mitarbeiterinnen der Kinderbuchabteilung spielerisch umgesetzt. Wertschätzung von Büchern und Freude am Lesen sind Vermittlungsziele der Bibliothek, ebenso wie die Fähigkeit, Geschichten weiterzuspinnen und die eigene Vorstellungskraft zu trainieren.

Betonhöhle unter der Treppe

In einer Betonhöhle unter der Treppe, der etwas Sakrales anhaftet, hängen viele kleine Zeichnungen an Schnüren. Kinder haben gemalt, welches Tier sie wären, könnten sie sich verwandeln.

Wenn-ich-ein-Tier-wäre-Zeichnungen


Dreimal die Woche können Kinder sich bei den Hausaufgaben helfen lassen oder bekommen in Kooperation mit Lesewelt Berlin e.V. vorgelesen. Für die, die selber lesen, gibt es einen jährlichen Vorlesewettbewerb. Die Bibliothek tut viel. Rund ums Jahr gibt es ein reiches Programm, viele Gäste und Gastveranstaltungen. Kann ein solcher Ort nicht still und alleine für sich existieren? Reicht es nicht, wenn die Bücher einfach nur in den Regalen warten? Müssen sie vermittelt werden? „Ja, das müssen sie!“, sagt Frau Bigalke. „Im Grunde ist alles, was wir hier tun, Leseförderung. Und auch die vielen, vielen Angebote sind nötig. Wir müssen uns was einfallen lassen, um einen öffentlichen Raum dieser Größe mit Leben zu füllen.“

Ich erlebe die Bibliothek in der Brunnenstraße als weitläufigen Bücherort, mal ruhig, mal lebendig, gleichzeitig einladend und in sich geschlossen. Mitten in der Stadt und doch außerhalb von allem. Es kam mir vor, wie ein Besuch in einem Kokon oder einem sehr großen Schiff. Ein Schiff voller Bücher.

Geöffnet ist die Philipp-Schaeffer-Bibliothek montags bis freitags
von 10.00 – 19.30 Uhr und samstags von 10.00 – 14.00 Uhr
Wer vorher wissen möchte, was es gerade an Veranstaltungen gibt, kann online nachschauen: https://www.berlin.de/stadtbibliothek-mitte/bibliotheken/bezirkszentralbibliothek-philipp-schaeffer/services-angebote/