Der Unsinn mit dem „Tellerrand“

© Till Hülsemann

von Salah Naoura

Jüngst führte mich eine Lesereise zum ersten Mal nach Luxemburg, nach Düdelingen, wohin mich eine kinderliteratur-engagierte Lehrerin eingeladen hatte. Wir sprachen viel über die Kinderbuchbranche und wie man heutige Kinder für Geschichten begeistert. Zu meiner Überraschung (und großen Freude) hob sie die Bedeutung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur besonders hervor. Deutschsprachige Bücher stellten, sagte sie, ein ganz eigenes Genre dar – eine oft wunderbare Mischung aus realen und fantastischen Elementen, wodurch Kinder zum einen vor der Haustür abgeholt, zum anderen in neue Welten entführt würden, in denen sich Althergebrachtes spiegeln, neu deuten und bewerten lasse.

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Links im Januar

Zwei Mamas für Oscar, Susanne Scheerer und Annabelle von Sperber, © Ellermann Verlag

Diversität im Kinderbuch

Gibt es zu wenig diverse Kinderbücher in Deutschland? Das sollten wir diskutieren! Einen Artikel zum Thema gibt es auf dem Portal zett nachzulesen. Unter dem Motto „Volle Vielfalt Kinderbücher“ hat die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) eine Bücherliste (Bücher und Hörbücher) mit 20 Titeln erarbeitet. Themen wie Diversität, kulturelle Vielfalt und Mehrsprachigkeit waren für die Auswahl entscheidend. Auch wir Spreeautoren machen uns Gedanken um Diversität im Kinder- und Jugendbuch. Eine Titelliste folgt! Ein kleiner Tipp im Vorfeld ist das Buch „Zwei Mamas für Oscar“ von Susanne Scheerer und Annabelle von Sperber.

 

Interview

Die Berliner Autorin (und Spreeautoren-Mitglied) Kirsten Reinhardt hat der Welt ein Interview gegeben.

 

Blogtipp

Wir möchten hier dringend das hervorragende Übersetzerblog TraLaLit empfehlen. Dort gibt es aktuell ein Interview mit Gesa Kunter. Sie wurde 2018 mit dem Jugendliteraturpreis Neue Talente für die Übersetzung des Buches „Schreib, Schreib, schreib!“ ausgezeichnet.

 

Nachruf

Mirjam Pressler, eine der wichtigsten zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen ist am 16. Januar gestorben. 1994 wurde sie mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis für das Buch „Wenn das Glück kommt, muss man ihm einen Stuhl hinstellen“ ausgezeichnet.

 

Wettbewerb

Der Wettbewerb um die Schönsten Deutschen Bücher 2019 ist eröffnet. Bis zum 31. März dürfen Titel eingesandt werden. Die Teilnahmebedingungen sind hier.

 

Zum Nachhören

Ein ausführliches Interview mit Andreas Steinhöfel kann man beim Deutschlandfunk nachhören.

 

 

 

Schomburgs Reimomat

© Agnieszka Kosakowska
Schade, dass die meisten Verlage mit Kinderlyrik-Bänden so zögerlich sind. Sammelbände meine ich jetzt, mit den Werken einer Autorin, eines Autors. Gereimte Bilderbuchtexte werden ja gern genommen. Ich freue mich sehr über meine Reim-Bilderbücher,  z.B. „Neu in der Familie: Chamäleon Ottilie“ (Fischer Sauerländer 2017),  „1, 2, 3, so kann es gehn, eben waren es noch zehn“ (Tulipan 2017) und, ganz druckfrisch, „Klaus, wir retten dich, halt aus“, ein gereimtes Weihnachtsabenteuer (arsEdition 2018).
Für weitere Gedichte habe ich ein geniales Vermarktungskonzept entwickelt und teile es gern mit euch:

 

Zukunftspläne

Andrea Schomburg 2018

 

Ein Dichter ist total frustriert,

weil kein Verlag ihn publiziert.

Und der Agent, mit Achselzucken,

sagt: „Lyrik will halt keiner drucken.

Ich tu ja wirklich, was ich kann …“

Der Dichter denkt sich irgendwann:

„Ich find ja doch kein Publikum“,

reimt sich noch eins und bringt sich um.

Nun sagen alle, das ist klar,

wie herrlich er als Dichter war:

Sensibel, einfühlsam, verletzlich

und schlechthin einfach unersetzlich.

Und eines Tages dringt die Klage

natürlich auch bis zum Verlage,

und der Verleger sieht, genial,

sofort das Absatzpotential:

„Der hat sich umgebracht? Ach nee!

Da war doch noch dies Exposé …

Hm, ja – sieht bisschen dünne aus –

Na, ist egal, das bring‘ wir raus.

Und in den Klappentext, da schreibt:

Der Dichter hat sich jüngst entleibt.

Sein Schicksal war bewegt und tragisch,

doch seine Dichtung, die ist magisch!“

Gesagt, getan. Das Buch erscheint,

und alles kauft und liest und weint,

und der Poet erlebt posthum

Erfolg und Glanz und Hype und Ruhm.

 

Dies lehrt: Den Dichter, den man mied,

den druckt man gern, wenn er verschied.

Ihr Dichter, die ihr denkt und schreibt –

plant lieber, wie ihr euch entleibt!

Und wenn ihr auch erst skeptisch guckt:

Was zählt, ist doch, dass man euch druckt!

 

 

 

10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Beate Dölling

© Didier Laget

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Name: Beate Dölling
geboren in:  Osnabrück
seit wann in Berlin: 1982
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