10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Kirsten Reinhardt

Foto: © Carolin Saage


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Name: Kirsten Reinhardt
geboren in:  Walsrode
seit wann in Berlin: 2003
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

„Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner, „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren und „Otto ist ein Nashorn“ von Ole Lund Kirkegaard.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Autorin – und wie bist du es geworden?

Ich hab, glaub ich, schon immer davon geträumt – habe das Lesen geliebt und hatte in Buchhandlungen immer Bauchweh vor lauter Aufregung, wenn ich mir ein Buch aussuchen durfte. Allerdings dachte ich lange, Schriftsteller*innen seien grundsätzlich uralt, tot und auf jeden Fall weltberühmt. Das Schreiben als Beruf für mich zu einer Möglichkeit gemacht hat erst eine Autorenlesung, als ich in der fünften Klasse war. Der Autor war nämlich ein ganz normaler Typ, und dann hab ich gemerkt, das könnte ich ja möglicherweise ganz vielleicht auch schaffen…

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Leipziger Impressionen

von Andrea Schomburg

Buchmesse Leipzig. Unbegreiflicherweise schon wieder vorbei, und gleichfalls unbegreiflich, was sich in zwei Tagen an Treffen bzw. Fast-Treffen alles ereignen kann: Schon am Ankunftsabend dinierte im Restaurant „Drogerie“ neben Juliane Kayser und mir am Nebentisch Rainer Moritz, der Chef des Literaturhauses Hamburg, und dann kam auch noch Denis Scheck hereingefedert, den ich ja mit teeniehafter Anhimmelung verehre, und nur mühsam konnte ich mich daran hindern, hinzurennen und zu sagen, wie toll ich seine Rezensionen finde.

Am nächsten Morgen bei strahlendem Wetter zur Messe gefahren, in Halle 2 fast kein Durchkommen in dem Gewimmel von Schul- und Kita-Gruppen. Diesbezüglich wird jedenfalls Leseförderung betrieben, dass es nur so kracht!

Ein Leipziger Lesekompass ging, wie euch allen ja bestimmt bekannt, an unsere Spreeautorenkollegin Lena Hach für ihr Buch „Grüne Gurken“. Ich konnte ihr gleich gratulieren und außerdem Christine Paxmann, die Chefin vom „Eselsohr“, Stefanie Leo („Ich mach was mit Kinderbüchern“), meine Hummelburg-Pressefrau Anika Harder und, last but not least, Kirsten Boie begrüßen, die trotz Fuß-Orthese unglaublich aktiv, freundlich und souverän bei ihren Lesungen, aber vor allem für ihre „Hamburger Erklärung“ („Jedes Kind muss lesen lernen“) unterwegs und einfach überall war. Tolle Frau!

Frau Kothe und Frau Reiter von „Käpt‘n Book“, wo ich im Herbst lesen darf, habe ich auch kennengelernt und gleich das megatolle Käpt’n-Book-Magazin geschenkt bekommen.

Der absolute Höhepunkt des Tages war aber natürlich das Interview mit der Literaturinitiative Berlin zu meiner geliebten Neuerscheinung „Herzensbruder Bruderherz“ (Tulipan). Vor Freude und Aufregung habe ich fast den Stand nicht gefunden, aber dann doch. Lucia, Leni, Anissa und Orson hatten sich vorbereitet bis unter den Stehkragen und haben kompetente, sehr interessierte Fragen gestellt: Ob das Buch autobiographische Züge hat, zum Beispiel, welche Szene mir am besten gefällt, welche Person ich am meisten mag und ob mein Leben als Lehrerin das Buch beeinflusst hat, was ja sehr der Fall ist …

Dann habe ich noch ein bisschen die wie immer herzliche Gastfreundschaft meines Tulipan-Verlags genossen, mit der Verlegerin Anette Beckmann geklönt, mich bei den Presse-und Lizenzfrauen Simone Theurer und Nellie Oswald für alles bedankt, und dann kamen noch Jutta Nymphius und Stefanie Taschinski, die unfassbar tolle und aktive Doppelspitze der Elbautoren, die bis nach Leipzig in Sachen Elbautoren unterwegs waren.

Natürlich kann man nicht annähernd alle Veranstaltungen besuchen. Eine, in die ich reingeschnuppert habe, hieß „Patriarchendämmerung – über das veränderte Bild des Verlegers“: Trotz verringerter Leserzahlen kein Grund für Krisenstimmung, habe ich dort gelernt, man kann das auffangen im Audio Screening Bereich und müsse neue Kanäle zum Kunden nutzen, Klagen gäbe es immer, tatsächlich wurde schon 1920 von maßgeblicher Seite beklagt, dass die Neuzeit so hektisch geworden sei, dass niemand mehr Zeit zum Lesen habe.

Na dann …

Am nächsten Tag weitere Treffen und anregendes Gewusel: Frank Kühne vom Carlsen Verlag, mit dem ich auf Facebook befreundet bin und der die Elbautoren in großzügigster und nettester Weise unterstützt, winkt kurz von einem Termin. Jörg Hilpert, der Vater des „Ritter Rost“, erzählt oder vielmehr erzählt nicht von einem neuen, noch geheimen Projekt. Am Carlsen-Stand fällt mir sein großartiges hochformatiges Bilderbuch „Der Eichbaum“ in die Hände, das von Christian Morgenstern inspiriert zu sein scheint: „Mietegäste vier im Haus / hat die alte Buche“. Natürlich nur der Ausgangspunkt!

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Unsere Neuerscheinungen im April

Andrea Schomburg: Herzensbruder Bruderherz

© Dorothee Mahnkopf

Inhalt:
Die zwölfjährige Luise entdeckt eines Tages, dass ihre liebevollen, aber überbesorgten Eltern ihr ein Familiengeheimnnis verschwiegen haben, das ganz unmittelbar sie selber betrifft: Sie hatte einen Zwillingsbruder, der es bei der Geburt nicht ins Leben geschafft hat.

Unter dem Eindruck dieser Entdeckung erlaubt Luise sich zum ersten Mal ein eigenes Geheimnis: Gegen den Willen der Eltern meldet sie sich bei einer Jugendtheatergruppe an und erschließt sich eine faszinierende neue Welt. Und da niemand sie dort kennt, erzählt sie, dass sie einen Bruder habe: Schultheaterstar, Hip-Hop-Champion, den coolsten Bruder der Welt! Nur: Irgendwann wollen die anderen ihn unbedingt kennenlernen. Ausgerechnet Viktor, der verschnarchte Klassenloser, übernimmt die Rolle des legendären Bruders. Aber wie lange können die Lügengebäude aufrechterhalten werden? Und: Was passiert, wenn sie zusammenbrechen?

Ein Roman über Schein und Sein, Freiheit und Losgehen, Freundschaft, Identität und das Ausprobieren von neuen Rollen.

Alter: ab 10

Tulipan Verlag, März 2019


Bianca Schaalburg: GIRLS! Was coole Mädchen wissen müssen

Cover: Bianca Schaalburg

Umschlag- und Innen-Illustrationen: Bianca Schaalburg
Text: Ilona Einwohlt
erscheint am 24. April 2019 bei Fischer/Sauerländer
ein unterhaltsames Sachbuch ab 10 Jahren

In der Pubertät ist plötzlich nichts mehr wie es war … In dieser turbulenten Zeit ergeben sich bei Mädchen zahlreiche Fragen zu Dingen, die sie lieber nicht mit Eltern oder Lehrern bereden möchten und bei denen sie oftmals gar nicht so genau wissen, wie sie überhaupt danach fragen sollen. Fundiert, unverblümt und direkt liefert dieses Buch Antworten auf alle Fragen rund um Körper, Freundschaft, Gefühle und Sex. Die tollen Illustrationen machen die Lektüre zu einem Vergnügen für jüngere und ältere Leser. (Text von Fischer Verlag)

Lena Hach: Flo und Valentina

Cover: Kristine Schulz

Mitten in der Nacht schreckt Flo aus dem Schlaf hoch. Vor ihm steht ein Mädchen und fragt nach einem Zahn. Moment mal! Sie will einen Zahn von ihm? Ist das die Zahnfee? Aber die gibt es doch gar nicht, das weiß Flo sicher. Mit ihrem Umhang und der blassen Haut sieht sie auch eher aus wie ein … Ach, du nachtschwarze Zwölf, ein Vampir!
ET: Februar 2019, Beltz & Gelberg

Katja Spitzer: Kleine Bibliothek großer Persönlichkeiten: Leonardo da Vinci

© Katja Spitzer

Isabel Thomas (Autorin)
Katja Spitzer (Illustrationen)
Laurence King Verlag
erschien im Februar 2019

Leonardo da Vinci war der Künstler, der die Mona Lisa schuf. Aber er war auch Mathematiker, Architekt, Astronom, Wissenschaftler und Musiker!
In diesem Sachbuch für 7- bis 10-Jährige schildert Isabel Thomas humorvoll und interessant den Lebensweg da Vincis.
Das Buch ist Teil einer Reihe über große Persönlichkeiten der Geschichte.

Thilo Reffert: Linie 912

Cover: Maja Bohn

Kurze Inhaltsangabe
Jeden Morgen dasselbe: Mit dem Bus zur Schule fahren! Immer dieselbe halbe Stunde vergeht zwischen halb acht und acht Uhr morgens. Wirklich? In „Linie 912“ erleben zehn Charaktere ein und dieselbe Busfahrt, aber es ist niemals die gleiche. Zehn ganz eigene Lebensfäden sind hier verknotet und verwebt zu einem Stück vom fliegenden Teppich des Lebens. 30 Minuten – 10 Perspektiven – 1 Vergnügen.

Klett Kinderbuch

Schomburgs Reimomat 2

© Agnieszka Kosakowska

Kill your Darlings

Andrea Schomburg 2019

Schrieb in Tag- und Nachtarbeiten

ein Romanwerk von acht Seiten.

Schrieb und schrieb, bis nach zwei Jahren

es zweitausendachtzig waren.

Handlungsbogen: Bonn bis Herne,

Schlüsselwerk der Postmoderne!

Leider wies der Werkverlauf

doch gewisse Längen auf

und ich musst‘ es etwas straffen

und gelegentlich leicht raffen.

Aber jetzt ist’s pointiert,

konsistent und strukturiert,

und dank konsequenter Striche

reduziert aufs Wesentliche.

Kein Geschwafel, kein Tam-tam,

wunderbar! Ein Epigramm.