Der Unsinn mit dem „Tellerrand“

© Till Hülsemann

von Salah Naoura

Jüngst führte mich eine Lesereise zum ersten Mal nach Luxemburg, nach Düdelingen, wohin mich eine kinderliteratur-engagierte Lehrerin eingeladen hatte. Wir sprachen viel über die Kinderbuchbranche und wie man heutige Kinder für Geschichten begeistert. Zu meiner Überraschung (und großen Freude) hob sie die Bedeutung der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur besonders hervor. Deutschsprachige Bücher stellten, sagte sie, ein ganz eigenes Genre dar – eine oft wunderbare Mischung aus realen und fantastischen Elementen, wodurch Kinder zum einen vor der Haustür abgeholt, zum anderen in neue Welten entführt würden, in denen sich Althergebrachtes spiegeln, neu deuten und bewerten lasse.

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Bundeskongress Kinderbuch – Das Netzwerk wächst

von Angela Bernhardt

Manche Ideen brauchen Zeit zum Wachsen, andere schlagen sofort ein. Wie die Netzwerkidee. Im Frühjahr 2017 auf der Leipziger Buchmesse gegründet, tagte der Bundeskongress Kinderbuch im Oktober 2018 in Frankfurt schon zum vierten Mal. Was online begann, wollten wir, die deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren nun auch offline umsetzen: uns in einem eigenen Netzwerk von Angesicht zu Angesicht austauschen. Über alles, was mit unserer Arbeit zusammenhängt. Die Situation des deutschen Buchmarkts zum Beispiel, unsere Zusammenarbeit mit Verlagen und Agenturen, Vorschüsse, Lesungshonorare, die Klippen der Freiberuflichkeit, Erfolge und Misserfolge und vieles mehr. Jede/r deutschsprachige Autor/in, die/der mindestens ein eigenständiges Kinder- oder Jugendbuch in einem bei der avj gelisteten Verlag veröffentlicht hat, ist uns willkommen und auf unserer Website www.bundeskongress-kinderbuch.de vertreten. Über 170 Autorinnen und Autoren sind wir inzwischen schon, und es werden immer mehr.

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Auf Bildungs(politik)reise in Finnland

von Salah Naoura

Im September dieses Jahres wurde mir recht spontan die Ehre zuteil, den Bundespräsidenten und seine Frau als Teil der Delegation beim Staatsbesuch nach Finnland zu begleiten. Jenny Haukio, die finnische First Lady (die auch dichtet), hatte den Wunsch geäußert, mit Präsidentengattin Elke Büdenbender und Kinderbuchautoren beider Länder über Lesekrise und Bildungspolitik zu sprechen – auch bei den Finnen, man glaubt es kaum, lesekriselt es in letzter Zeit, trotz guten Abschneidens bei der PISA-Studie. So kam es dazu, dass ich mit Timo Parvela („Ella“), Dieter Hermann Schmitz („Die spinnen, die Finnen“) und den beiden First Ladies im Literaturhaus Helsinki über eben diese Themen sprechen durfte.

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