Über Autor*innenschaft und Elternschaft

Von Lena Hach

Illustration: © Miriam Zedelius


OTHER WRITERS NEED TO CONCENTRATE – so der schöne Name des noch schöneren Blogs, der sich vor allem einer Frage widmet: Welchen Einfluss haben Kinder auf das Schreiben? Ausgedacht haben sich das Ganze Katharina Bendixen, Sibylla Vričić Hausmann und David Blum, allesamt AutorInnen aus Leipzig mit einschlägigen Erfahrungen „in Sachen Kind“. Schon lange vor dem Entstehen der Internetseite waren die drei im Austausch über die spannende Ausgangsfrage, die sie nun auch öffentlich stellen – und dank zahlreicher Gastautor*innen immer wieder neu beantworten. Ich wollte mehr über die Hintergründe wissen und habe zwei der InitiatorInnen um ein Interview gebeten.

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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Katja Spitzer

© Foto: Sebastian Gievert

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Name: Katja Spitzer
geboren in: Zerbst
seit wann in Berlin: 2011
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Die „Geschichten aus der Murkelei“ von Hans Fallada mit den skurrilen Figuren darin habe ich sehr geliebt. Dazu kamen die abgründigen Illustrationen von Hans Ticha. Besonderen Eindruck auf mich haben die Höllenhunde „Gier“ und „Neid“ mit ihren großen Mäulern und spitzen Zähnen gemacht. „Das Wildpferd unterm Kachelofen“ von Christoph Hein mit Illustrationen von Manfred Bofinger mochte ich sehr. Seitdem weiß ich, was ein Clochard ist. Ein fantastisches Buch ist „Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel“ von Franz Fühmann mit Illustrationen von Egbert Herfurth. Das ist ein Buch über Sprache und schon der Titel ist großartig.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Ich habe mir schon als Kind oft gemerkt, wer die Bilder in den Büchern gemacht hat. In der DDR gab es fantastische Illustratoren wie Volker Pfüller, Egbert Herfurth, Ruth Knorr, Albrecht von Bodecker, Manfred Bofinger oder Hans Ticha. Ihre Stile konnte ich schnell unterscheiden. Nach dem Abitur hab ich erst mal Kunstgeschichte und Geschichte studiert. Eine Freundin hat mir irgendwann vom Illustrationsstudium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig erzählt. Ich habe mir dann die Jahresausstellung der Illustrationsklasse von Volker Pfüller angeschaut und wusste, dass ich genau das machen wollte!

3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

Meistens wild und chaotisch. Voller Bücher, Skizzenbücher und Krimskrams. Obwohl ich ständig aufräume, bleibt es leider nie lange ordentlich. 

© Foto: Sebastian Gievert
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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Sebastian Meschenmoser

Foto: Anna Wasilewski

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Name: Sebastian Meschenmoser
geboren in: Frankfurt am Main
seit wann in Berlin: 2007
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

»Sophiechen und der Riese« von Roald Dahl, »Die unendliche Geschichte« von Michael Ende und »Oh, wie schön ist Panama« von Janosch.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustrator – und wie bist du es geworden?

Als Kind wollte ich schon Illustrator werden und habe sehr gerne gezeichnet. Ich wollte kein Kommunikationsdesign studieren, um Illustration zu lernen, sondern am liebsten den ganzen Tag zeichnen. So habe ich den Umweg über das Kunststudium genommen. Das Schreiben kam „aus Versehen“ dazu.

3. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

An meinem Arbeitsplatz sieht es immer genau anders aus als in meinem Kopf. Wenn in mir viele Ideen herumschwirren, muss draußen alles ordentlich sein. Wenn ich keine Ideen habe, darf etwas Chaos herrschen.

Foto: Anna Wasilewski
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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Thilo Reffert

Porträt: © gezett

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Name: Thilo Reffert
geboren in:  Magdeburg
seit wann in Berlin: 1993
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Ich habe die Ottokar-Domma-Bücher sehr geliebt. „Der brave Schüler Ottokar“ oder „Ottokar, das Früchtchen“. Auch Benno Pludra habe ich sehr gern gelesen, die „Reise nach Sundevit“ zum Beispiel.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Autor – und wie bist du es geworden?

Ich kam über das Theater zum Schreiben, war Dramaturg und schrieb zuerst nur Stücke, dann kamen Hörspiele dazu. Mein erstes Buch war dann ein Kinderbuch.

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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Ulrike Jensen

Porträt Ulrike Jensen: © David Reisler

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Name: Ulrike Jensen
geboren in: Pirna, aufgewachsen in Dresden
seit wann in Berlin: 1995
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

»Was es alles gibt« von Eva Veberová/Jan Černý, »Bettina bummelt« von Elizabeth Shaw, »Hirsch Heinrich« von Fred Rodrian/Werner Klemke.

2.  Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Das war ein längerer Weg … Zu DDR-Zeiten und frisch jugendlich wusste ich nichts von diesem Berufsfeld. Nach meiner Lehre und Arbeit als Zahntechnikerin, dem Umzug nach Berlin, dem Abitur auf dem zweiten Bildungsweg, dem positiven Einfluss des Produktdesigners Peter Raacke in Richtung Design, einem Praktikum und der Arbeit bei n-tv habe ich begonnen, Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Potsdam zu studieren. Dort habe ich ziemlich viel herumprobiert, auch im Bereich Produktdesign und Typografie. Illustration gab es auch, und ich habe es pro Semester mehrfach belegt. Dann durfte ich ein Gastsemester an der HGB Leipzig machen. Das war toll, da es ganz anders war und es eine richtige Illu-Klasse gab. So etwas kannte ich nicht.
Während der Diplom-Zeit und kurz danach hatte ich ein paar Illustrationsaufträge und deshalb eine von der FH organisierte (und finanzierte) Beraterin für das Leben nach dem Studium und den Schritt in die Selbstständigkeit als Illustratorin. Anfangs habe ich die illustrierten Medien auch gestaltet, also Layout, Satz und Herstellung gemacht. Und zwischendurch auch mal in einer Agentur als Grafikerin gearbeitet. So oder so finde ich es für den Arbeitsalltag gut, auch diese eher technischen Sachen zu können. 

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