Unsere Neuerscheinungen im Herbst 2021 / Teil 2 von 2

Auch in diesem Herbst gibt es wieder viele neue Bücher von uns Spreeautor*innen. Viel Spaß und einen schönen Leseherbst!

Illustration: Kirsten Höcker

Gesund und munter in der Kindertagespflege
Konzeption (kein Text): Astrid Sult, Edda Scholz, Dr. Kathrin Schmitt
Illustratorin: Kirsten Höcker
Verlag: Bundesverband für Kindertagespflege, Berlin
Inhaltsangabe: Ein Pappbilderbuch ohne Text zum Thema Sauberkeit und Hygiene in der Kindertagespflege. Es zeigt, wie das Thema spielerisch und selbstverständlich in den Alltag integriert werden kann. In den Bildern werden verschiedene Dinge angesprochen: Körperpflege, Ernährung, Hygiene und Umgang mit kleinen Verletzungen. Dieses Buch lädt dazu ein, mit Kindern und ihren Familien ins Gespräch zu kommen.
Zielgruppe: Kinder von 1-5 Jahren und Eltern


Illustration: Michael Menzel

Andor Junior – Der Fluch des roten Drachen
Autor: Jens Baumeister
Illustrator: Michael Menzel
Verlag: Kosmos
Inhaltsangabe: Der tapfere Krieger Thorn, die entschlossene Magierin Eara, die kluge Bewahrerin Chada und der clevere Zwerg Kram sind völlig unterschiedlich. Doch nur wenn sie zusammenhalten, können sie das Land Andor retten.
Zielgruppe: ab 8 Jahren


Illustration: Iris Wolfermann

Lola & Pola
Autorin und Illustratorin: Iris Wolfermann
Verlag: Tulipan Verlag
Inhaltsangabe: Doppelter Spaß im Doppelpack. Lola und Pola sind Zwillinge. Das ist toll! Denn so haben sie immer jemanden zum Spielen. Zugegeben, auch das Streiten klappt mit einer Zwillingsschwester hervorragend. Denn gerade weil sie genau gleich aussehen, ist es natürlich umso wichtiger zu klären, wer besser rechnen kann, wer stärker ist und wer eine Sommersprosse mehr im Gesicht hat. Doch dass sie streiten, würden Lola und Pola nie zugeben. Besonders nicht vor einer Dame mit Pudelzwillingen … Iris Wolfermann mit einer humorvollen Zwillingsgeschichte!
Zielgruppe: ab 4 Jahren


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10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Bianca Schaalburg

Foto: © Jules Keichian

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Name: Bianca Schaalburg
geboren in: Berlin
seit wann in Berlin: schon immer
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Oh, schwierig, so viele… Bei den Bilderbüchern: Lupinchen von Binette Schroeder, Barbapapa von Annette Tison und Talus Taylor, Crictor von meinem Lieblingsillustrator Tomi Ungerer.

Kinderbücher: die Romane von Erich Kästner mit den Illustrationen von Walter Trier. Die Bücher von Astrid Lindgren mit den Bildern von Ilon Wikland. Außerdem die Christine-Nöstlinger-Geschichten und Michael Ende.

Comic: den riesigen Band Little Nemo von Winsor McCay habe ich geliebt. Tim und Struppi von Hergé war toll, aber da gab es bedauerlicherweise keine weibliche Hauptperson – außer diese grässliche Sängerin Bianca Castafiore!

2. Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Eigentlich wollte ich als Kind später mal „was mit Pferden“ sein: reitende Prinzessin zum Beispiel. Da waren meine Eltern dagegen. Dann Straßenkehrerin wie Beppo aus Momo. Ich zeichnete schon als Kind immer viel, auch neue Titelbilder für meine Bücher, wenn ich sie nicht so gelungen fand. Dann wollte ich irgendwann unbedingt Illustratorin werden. Es brauchte drei Anläufe, ehe ich an der Hochschule der Künste in Berlin angenommen wurde.  Nach dem Abitur schnupperte ich erst mal in das Lehramtsstudium Kunst hinein, danach lernte ich ein Jahr Grafikdesign am Letteverein, schließlich bekam ich den ersehnten Studienplatz für Visuelle Kommunikation an der HdK (heute UdK) Berlin.

Es war ein schönes Studium. Bei Jürgen Spohn habe ich das Vordiplom mit einem Bilderbuch gemacht, und bei Jan Lenica zeichnete ich als Diplomarbeit eine Graphic Novel. Mit Cartoons für die ZITTY und ersten Kinderbuchillustrationen konnte ich mein Studium finanzieren und in meinen Traumberuf einsteigen.

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Schreiben oder Nichtschreiben …

Über Schreiblust und Schreibfrust in pandemischen Zeiten

© Till Hülsemann

Von Salah Naoura (Text) und Katja Spitzer (Illustrationen)

Interessant ist ja immer, wie NichtautorInnen sich den Prozess des Schreibens vorstellen. Zum Beispiel: „Sie haben sicher Kinder, das inspiriert Sie dazu, für Kinder zu schreiben.“ (Nein, beides trifft nicht zu.) Oder: „Jetzt, im Lockdown, gehen Ihnen sicher die Ideen aus, weil ja einfach nichts mehr passiert. Da fehlen die Inspirationsquellen.“ (Nein, Ideen habe ich genauso viele wie sonst – nur fehlt mir die Energie, sie umzusetzen.)

Als letztes Jahr der erste Lockdown begann, lautete mein schlauer Plan: „Die Zeit, die mir durch ausfallende Lesungen zur Verfügung steht, nutze ich zum Schreiben – und wenn Corona dann vorbei ist, habe ich zwei oder drei Kinderbücher geschrieben und kann sie aus dem Hut zaubern.“ Der Plan ging doppelt nicht auf. Corona ist noch lange nicht vorbei, und von Schreiben kann bei mir keine Rede sein, weil es derzeit absolut nicht funktioniert. Ich habe drei oder vier Texte angefangen und nichts davon beendet. Ich fühle mich beim Schreiben wie Professor Hastig aus der Sesamstraße, der nach jedem zweiten Satz einschläft … Und was Corona angeht, komme ich mir vor wie Cinderella, die nach dem Ball bei Hofe festsitzt und auf ihre Rückverwandlung wartet, weil der Zeiger der Kirchturmuhr kurz vor Mitternacht leider stehengeblieben ist. Dabei wollen sicher auch Cinderellas irgendwann ganz gern zurück in ihren Alltag und endlich mal wieder Erbsen zählen. (Na ja, der Vergleich hinkt, da Cinderellas Erbsenzählerei ja keine frei gewählte Tätigkeit war.)

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Unsere Neuerscheinungen im Frühjahr 2021 / Teil 2 von 3

Die Leipziger Buchmesse findet nicht statt. Aber wir haben trotzdem tolle Bücher gemacht. Am besten kauft ihr sie einfach alle in eurer Lieblingsbuchhandlung.

Illustration: Marion Goedelt

Wo bist du zu Hause?
Autorin und Illustratorin: Marion Goedelt
Verlag: Thienemann Verlag
Inhaltsangabe: Wer wohnt wo? Welches Tier lebt im Wald und welches auf der Wiese? Wer hängt kopfüber an einem Ast, und wer hat sein Nest hoch oben im Baum? Kinder ab zwei Jahren werden in diesem bunten Pappbilderbuch schnell ihr Lieblingstier entdecken.
Zielgruppe: 2 Jahre und älter


Die Akademie der Abenteuer – Band 1 bis 4
Autor: Boris Pfeiffer
Illustratorin: Kris Kersting
Verlag: Verlag Akademie der Abenteuer
Inhaltsangabe: Band 1: „Knochen der Götter“ Rufus‘ neue Schule, die Akademie des leibhaftigen Studiums vergangener Zeiten, hat es in sich: Sie steckt voller rätselhafter Fundstücke aus der Vergangenheit, und jedes Teil birgt Geheimnisse. Um diese zu lüften, braucht es besondere Fähigkeiten …
Band 2: „Stunde des Raben“ Das zweite Abenteuer führt die Freunde Rufus, Filine und No und die geheimnisvolle Bisamratte Minster in die Welt der Kelten, direkt in eine Reihe alles entscheidender Schlachten …
Band 3: „Schiff aus Stein“ Eine Entführung quer über das Mittelmeer hält Rufus, Filine und No in Atem. Zusammen mit Sklaven, Piraten und einem geheimnisvollen jungen Glasmacher finden sich die Lehrlinge der Akademie in der Zeit der Phönizier wieder …
Band 4: „Erbe des Rings“ Rufus, Filine und No, die Lehrlinge der Akademie, stoßen mitten hinein in die gefährlichen Ereignisse um den jungen König Salomo. Gleichzeitig bricht innerhalb der Mauern der Akademie ein Machtkampf aus …
Zielgruppe: LeserInnen ab 10 Jahren


Illustration: Bianca Schaalburg

Doppelt gebucht
Autorin: Nina Petrick
Illustratorin: Bianca Schaalburg
Verlag: Tulipan
Inhaltsangabe:  Monas Familie kann es nicht fassen – als sie in ihrem Ferienhaus ankommen, wohnt dort schon jemand. Durch einen Computerfehler ist das Haus doppelt vermietet worden. Die Familien haben keine Wahl, sie müssen zusammenrücken. Das Chaos ist vorprogrammiert …
Zielgruppe: Kinder von 7 – 9 Jahren


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Eine Spurensuche. Bianca Schaalburgs Graphic Novel „Der Duft der Kiefern“

Cover-Arbeitsskizze © Bianca Schaalburg

Von Salah Naoura

Sieben lange Jahre musste König Heinrich VIII warten, um seine Angebetete, die Hofdame Anne Boleyn, endlich ehelichen zu können, denn für die Scheidung von seiner ersten Frau benötigte er die Zustimmung der katholischen Kirche. Als der Heilige Vater sie ihm endgültig verweigerte, ernannte der verliebte König sich selbst zum Oberhaupt der Kirche von England, trennte sich von seiner Angetrauten – und schrieb damit Geschichte.

Als Schüler dachte ich, Geschichtsschreibung bestünde aus den Fakten, Zahlen und Daten, die von solch hohen Herrschaften und ihren Entscheidungen geschaffen würden. Und dass es ebendiesen Heinrichs, Napoleons und Evitas vorbehalten sei, ihre persönlichen Wünsche und Überzeugungen zu Historie werden zu lassen. Erst sehr viel später wurde mir klar, dass das Private eines jeden Einzelnen zu jedem Zeitpunkt in die Geschichte eingeht und man mit jeder Entscheidung, die man fällt, einen Teil zum Verlauf des Weltgeschehens beiträgt. König Heinrich VIII genauso wie Buchhalter Heinrich Schott, Bianca Schaalburgs Großvater.

Gebäude am Senefelder Platz, 1935 ein Altersheim,
2019 Luxuswohnungen. Da über das Aussehen von Clara
Hipp nichts bekannt ist, tritt sie als Silhouette auf.

Um dieses persönliche Beteiligtsein an Geschichte geht es in „Der Duft der Kiefern“, der Graphic Novel, an der Spreeautorin und -illustratorin Bianca Schaalburg derzeit arbeitet. Ihre Frage nach der Mitschuld der eigenen Familie an den Gräueltaten der Nazis macht die Handlung so direkt erfahrbar. Verstärkt wird diese Unmittelbarkeit durch den Kniff der Autorin, den gesamten Prozess ihrer Recherche, ihrer Befürchtungen und Zweifel konsequent mitzuerzählen. So rücken wir als Leser/Zuschauer noch dichter an das Geschehen heran und folgen der Ich-Erzählerin auf den verschlungenen Pfaden ihrer Detektivarbeit. Von der Geburt der Mutter, 1939, bis ins Jahr 1968, in dem sie selbst zur Welt kommt. Die ineinander verschränkten Zeitebenen sind durch die Farbgebung klar unterscheidbar – wie hier rechts die Ankunft zweier Personen am selben Ort, damals und heute.

Unterschiedlichste Stimmungen werden eingefangen und Lichteffekte eingesetzt. Frisuren, Mode, Architektur, Lokalkolorit und den Wandel der Alltagssprache – all das hat Bianca Schaalburg seit März 2018 recherchiert. Eines der zentralen Themen ist die Frage nach der Rolle von Großvater Heinrich, angeblich Buchhalter, der bei der Wehrmacht in Riga stationiert war.

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