Unsere Neuerscheinungen Herbst 2025 – Teil 4

Im Jugendarrest
Autor/in: Patricia Thoma
Illustrator/in: Patricia Thoma
Verlag: Jacoby & Stuart
Inhalt: Für ihren Comic hat sich die Illustratorin Patricia Thoma über ein Jahr lang hinter hochgesicherte Gitter und Mauern begeben und mit inhaftierten Jugendlichen gezeichnet. Die so entstandene Bildergeschichte gibt einen erschütternden Einblick in den Teufelskreis aus häuslicher Gewalt, Schulabbruch, Sucht und Straftaten – und endet in einer rauschenden Party mit Softgetränken und Chips aus dem Snackautomaten.
Zielgruppe: ab 14 Jahren

Ortswechsel Bukarest. Ein Stadttagebuch
Autor/in: Arinda Crăciun, Eva Ruth Wemme
Illustrator/in: Arinda Crăciun
Verlag: Susanna Rieder Verlag
Inhalt: Das illustrierte Stadttagebuch mit Texten von Arinda Crăciun und Eva Ruth Wemme bietet einen neuen Blick auf die vielfältige europäische Metropole Bukarest und legt das Identitätsstiftende der Hauptstadt Rumäniens frei. Die Form bewegt sich zwischen Essay, tagebuchartigen Einträgen und Graphic Novel: Informative Texte über einzelne Stadtviertel, KünstlerInnen, die zeitgenössische Literaturszene, Stadtgeschichte und Architektur wechseln sich ab mit persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen.
Zielgruppe: ab 16 Jahren

Die geheime Hütte im Wald
Autor/in: Eva Lezzi
Illustrator/in: Stéffie Becker
Verlag: Gulliver
Inhalt: Der 11-jährige Nikita ist mit seiner Tante aus der Ukraine nach Deutschland geflohen. Hier muss er Freunde finden, die Sprache lernen und im Kampf um die geheime Hütte im Wald großen Mut beweisen. Zum Glück hilft ihm die Hündin Cara! Eine einfühlsame Geschichte über einen Jungen, der mutiger ist, als er glaubt, und von einer Freundschaft, die Grenzen überwindet. Erschienen ist der spannende Roman in der Reihe READy und ist auch für Kinder, denen das Lesen nicht so leicht fällt, gut zugänglich.
Zielgruppe: ab 9 Jahren

Retter am Maschsee
Autor/in: Boris Pfeiffer
Illustrator/in: Anna Nuxoll
Verlag: Hinstorff
Inhalt: Sie sammeln, auf einem großen Fest: die Kinder von EDDIs Rudel, dem KIDS Club von Hannover 96. Für einen Fußballspielplatz. Das Echo ist riesig. Doch dann sind sie plötzlich verschwunden: die Sammeldosen. Weg, geklaut. Ein Abenteuer, spannend, aufregend, selbst wenn es manchmal Enttäuschungen gibt. Boris Pfeiffer erzählt eine packende Geschichte, in der es nicht nur um verschwundenes Geld geht, sondern auch um tolle Sticker, einen schwierigen Hausmeister und um nicht eine, sondern die Hundehütte.
Zielgruppe: ab 8 Jahren

Geister in der Schule – Die drei ??? Kids Bücherhelden
Autor/in: Boris Pfeiffer/Ulf Blanck
Illustrator/in: Stefanie Kampmann
Verlag: Kosmos
Inhalt: Gespenster gibt es doch gar nicht. Oder? Justus, Peter und Bob helfen beim Einschulungsfest für die neuen Erstklässler mit. Die Vorfreude ist riesig, als sie am Vorabend das Buffet in der Turnhalle aufbauen. Doch plötzlich gehen die Lichter aus, und unheimliche Geräusche klingen durch das ganze Schulgebäude. Die drei ??? stürzen sich in ein aufregendes Grusel-Abenteuer. Ein spannender Fall zum Lesen lernen mit vielen bunten Illustrationen und einem Rätsel nach jedem Kapitel.
Zielgruppe: ab 6 Jahren

Jim Salabim und der Mogel-Strauß (Band 1)
Autor/in: Karsten Teich
Illustrator/in: Karsten Teich
Verlag: Tulipan Verlag
Inhalt: „Ich gehöre auf eine grüne Wiese und nicht in einen schwarzen Hut!“, meint der Hase Jim Salabim. Deshalb läuft er dem Zauberer Mogel-Strauß davon. Zusammen mit den Küken sucht der kleine Hase ein besseres Zuhause als den Hut. Die Schergen des Zauberers, die beiden Tauben Pick & Nick, bleiben den Ausreißern allerdings eng auf den Fersen.
Zielgruppe: Leseanfänger 4 – 8 Jahre

Jim Salabim und eine Katze namens Hund (Band 2)
Autor/in: Karsten Teich
Illustrator/in: Karsten Teich
Verlag: Tulipan Verlag
Inhalt: Jim Salabim und die Küken kommen nicht zur Ruhe. Der Zauberer Mogel-Strauß schickt ihnen zwei Detektive auf den Hals, Elefant und seinen Assistenten Hund. Als die Küken dann noch ein Handy finden, ist das Chaos vorprogrammiert. Es beginnt eine Jagd durch Porzellan-Läden und über Tennis-Plätze…
Zielgruppe: Leseanfänger 4 – 8 Jahre

Cowboy Klaus als Taschenbuch-Reihe (1 – 11)
Autor/in: Karsten Teich & Eva Muszynski
Illustrator/in: Karsten Teich
Verlag: Tulipan Verlag
Inhalt: Die Abenteuer von Cowboy Klaus, dem kleinen „Anti-Helden“, und seinen Freunden, der Kuh Rosi und dem Schwein Lisa, kennt inzwischen jedes Kind. Mit dem „pupsenden Pony“ ist der kleine Cowboy auch schon durch die Sendung mit der Maus getrabt.
Zielgruppe: Erstleser 4 – 8 Jahre

Tierisch berühmt – Tiere, die zu echten Stars wurden
Autor/in: Marion Goedelt
Illustrator/in:
Marion Goedelt
Verlag: Tulipan Verlag
Inhalt: Ein Elefant springt aus der Schwebebahn und wurde dadurch weltberühmt? Klingt unglaublich? Ist aber wahr! Eine Katze, die Bahnhofsvorsteherin wurde und die Bahngesellschaft vor dem Ruin rettete? Auch das ist wirklich passiert und machte Tama zu einem Star! Ob Gorilla, Löwe oder Hund – die Geschichten der Tiere, die in diesem Buch erzählt werden, haben die Herzen der Menschen berührt und die Medien in Atem gehalten!
Zielgruppe: ab 5 Jahren

10 Fragen an unsere SpreeautorInnen: Bianca Schaalburg

Foto: © Jules Keichian

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Name: Bianca Schaalburg
geboren in: Berlin
seit wann in Berlin: schon immer
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1. Was sind die drei Lieblingsbücher deiner Kindheit?

Oh, schwierig, so viele… Bei den Bilderbüchern: Lupinchen von Binette Schroeder, Barbapapa von Annette Tison und Talus Taylor, Crictor von meinem Lieblingsillustrator Tomi Ungerer.

Kinderbücher: die Romane von Erich Kästner mit den Illustrationen von Walter Trier. Die Bücher von Astrid Lindgren mit den Bildern von Ilon Wikland. Außerdem die Christine-Nöstlinger-Geschichten und Michael Ende.

Comic: den riesigen Band Little Nemo von Winsor McCay habe ich geliebt. Tim und Struppi von Hergé war toll, aber da gab es bedauerlicherweise keine weibliche Hauptperson – außer diese grässliche Sängerin Bianca Castafiore!

2. Wie kam es zu deinem Berufswunsch Illustratorin – und wie bist du es geworden?

Eigentlich wollte ich als Kind später mal „was mit Pferden“ sein: reitende Prinzessin zum Beispiel. Da waren meine Eltern dagegen. Dann Straßenkehrerin wie Beppo aus Momo. Ich zeichnete schon als Kind immer viel, auch neue Titelbilder für meine Bücher, wenn ich sie nicht so gelungen fand. Dann wollte ich irgendwann unbedingt Illustratorin werden. Es brauchte drei Anläufe, ehe ich an der Hochschule der Künste in Berlin angenommen wurde.  Nach dem Abitur schnupperte ich erst mal in das Lehramtsstudium Kunst hinein, danach lernte ich ein Jahr Grafikdesign am Letteverein, schließlich bekam ich den ersehnten Studienplatz für Visuelle Kommunikation an der HdK (heute UdK) Berlin.

Es war ein schönes Studium. Bei Jürgen Spohn habe ich das Vordiplom mit einem Bilderbuch gemacht, und bei Jan Lenica zeichnete ich als Diplomarbeit eine Graphic Novel. Mit Cartoons für die ZITTY und ersten Kinderbuchillustrationen konnte ich mein Studium finanzieren und in meinen Traumberuf einsteigen.

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Eine Spurensuche. Bianca Schaalburgs Graphic Novel „Der Duft der Kiefern“

Cover-Arbeitsskizze © Bianca Schaalburg

Von Salah Naoura

Sieben lange Jahre musste König Heinrich VIII warten, um seine Angebetete, die Hofdame Anne Boleyn, endlich ehelichen zu können, denn für die Scheidung von seiner ersten Frau benötigte er die Zustimmung der katholischen Kirche. Als der Heilige Vater sie ihm endgültig verweigerte, ernannte der verliebte König sich selbst zum Oberhaupt der Kirche von England, trennte sich von seiner Angetrauten – und schrieb damit Geschichte.

Als Schüler dachte ich, Geschichtsschreibung bestünde aus den Fakten, Zahlen und Daten, die von solch hohen Herrschaften und ihren Entscheidungen geschaffen würden. Und dass es ebendiesen Heinrichs, Napoleons und Evitas vorbehalten sei, ihre persönlichen Wünsche und Überzeugungen zu Historie werden zu lassen. Erst sehr viel später wurde mir klar, dass das Private eines jeden Einzelnen zu jedem Zeitpunkt in die Geschichte eingeht und man mit jeder Entscheidung, die man fällt, einen Teil zum Verlauf des Weltgeschehens beiträgt. König Heinrich VIII genauso wie Buchhalter Heinrich Schott, Bianca Schaalburgs Großvater.

Gebäude am Senefelder Platz, 1935 ein Altersheim,
2019 Luxuswohnungen. Da über das Aussehen von Clara
Hipp nichts bekannt ist, tritt sie als Silhouette auf.

Um dieses persönliche Beteiligtsein an Geschichte geht es in „Der Duft der Kiefern“, der Graphic Novel, an der Spreeautorin und -illustratorin Bianca Schaalburg derzeit arbeitet. Ihre Frage nach der Mitschuld der eigenen Familie an den Gräueltaten der Nazis macht die Handlung so direkt erfahrbar. Verstärkt wird diese Unmittelbarkeit durch den Kniff der Autorin, den gesamten Prozess ihrer Recherche, ihrer Befürchtungen und Zweifel konsequent mitzuerzählen. So rücken wir als Leser/Zuschauer noch dichter an das Geschehen heran und folgen der Ich-Erzählerin auf den verschlungenen Pfaden ihrer Detektivarbeit. Von der Geburt der Mutter, 1939, bis ins Jahr 1968, in dem sie selbst zur Welt kommt. Die ineinander verschränkten Zeitebenen sind durch die Farbgebung klar unterscheidbar – wie hier rechts die Ankunft zweier Personen am selben Ort, damals und heute.

Unterschiedlichste Stimmungen werden eingefangen und Lichteffekte eingesetzt. Frisuren, Mode, Architektur, Lokalkolorit und den Wandel der Alltagssprache – all das hat Bianca Schaalburg seit März 2018 recherchiert. Eines der zentralen Themen ist die Frage nach der Rolle von Großvater Heinrich, angeblich Buchhalter, der bei der Wehrmacht in Riga stationiert war.

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Unvergleichbar

Über die Illustration von Comics und Kinderbüchern
Ein Artikel von Thilo Krapp

In einem deutschen Comicmagazin war neulich der folgende Satz über einen Kollegen zu lesen: „Außerdem merkt man XY an, dass er überwiegend Kinderbücher illustriert.“ Fatal an diesem Satz war, dass er nicht stimmte – wer Illustrator*in war, sah, dass es sich von der stilistischen „Abstammung“ her genau umgekehrt verhielt. In einem Fachmagazin für Kinderliteratur hingegen hieß es neulich, dass es Bücher für Jungs mit „ein paar Comics (…) mit wenig Text“ gebe, „damit man sie ja nicht überfordert“. Auch hier eine pauschale Abwertung der anderen, obwohl artverwandten Bild- und Erzählsprache.

Das alles lässt tief blicken: wie wichtig es in der deutschen Illustrations- und Comicszene offenbar für manche noch ist, untereinander eine deutliche Unterscheidung zu machen. Dieser Wunsch, sich zu unterscheiden, mag Gründe haben – aber es sei mal gefragt, wie groß seine Berechtigung ist?

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